Dienstag, 20. Mai 2008
Ich veramerikanischt?
Heute Nachmittag, Wien 18, Scheibenbergstraße. Es regnet in Strömen, ich habe dank Mama einen Schirm mit dabei. Ich wechsle die Straßenseite und sehe dort ein Mädchen ohne Schirm und Kapuze. Ich biete ihr an, den Schirm mit ihr zu teilen. Sie nimmt an, und ich beginne mit ihr über das schlechte Wetter plaudern. Nach einer Minute trennen sich unsere Wege wieder und sie sagt Danke und auf Wiedersehen. Ich weiß nicht, ob ich das vor ein paar Monaten auch gemacht hätte. Freundlich sein zu einem Fremden auf der Straße, fröhlich über Belangloses reden und dann wieder weitergehen. Hat die oberflächliche, aber wirklich ehrliche Freundlichkeit der Amerikaner Spuren bei mir hinterlassen? In den vergangenen Monaten konnte ich einerseits das Klischee der amerikanischen "How're you doin'"-Mentalität bestätigen, andererseits hab ich die gute Seite dieser Eigenart wirklich zu schätzen gelernt. Solange es einem selbst nicht total besch***** geht, ist es einfach fein, wenn man jemanden hat, der einen danach fragt und der mit einem fröhlich ein paar Worte im Aufzug, in der Supermarktschlage, an der Kassa teilt.
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