Gegeben haett es eine Unzahl an teuren Parkplaetzen, wir landeten auf einem billigen, der ums Eck vom Hostel war.
Und dann im Hostel: Bestellt hatten wir vier Betten in einem Zwoelfbettzimmer, die Schluessel gab man uns fuer ein Vierbettzimmer. Mit zwei Badezimmern! Freilich zum selber Preis, denn gebucht hatten wir ja das grosse Zimmer und es war nur eine Aenderung im Buchungssystem "schuld", dass wir zu viert bleiben konnten.
Samstag vormittag fuhren wir dann ins Zentrum. Von NYC an halbstuendige subway-Fahrten gewoehnt waren wir ganz ueberrascht, wie schnell man in Boston ueberall ist, wie klein die Stadt ist! Mit der green line der Bostoner T fuhren wir also zum Government Center. Die green line stellt man sich am besten als unterirdische Strassebahn vor, mein Lieblingsdetail an ihr - zumindest fuer meine Wiener Ohren: Sie bimmelt! Sie bimmelt wenn sie losfaehrt, sie bimmelt wenn sie eine andere Garnitur trifft, sie bimmelt wenn sie beschleunigt, wenn sie bremst und wenn sie in die Station einfaehrt. Eine echte U-Bim!
Am Abend folgten wir dann einem Rat, den wir im Hostel bekommen habem, und gingen am Harvard Square aus. Da ich selbst anfangs etwas verwirrt war, wo denn jetzt Harvard ist, ob Cambridge eine Universitaet oder eine Stadt ist, ob sie in England oder in New-England liegt und ob das alles etwas mit Boston zu tun hat, kommt hier eine kleine Erklaerung:
Die Harvard University wurde 1636 in der Stadt Cambridge gegruendet, welches damals in relativ beachtlicher Entfernung auf der anderen Seite des Charles River gegenueber von Boston lag. Die Bostoner Bucht wurde aber mit der Zeit immer weiter zugeschuettet und besiedelt, irgendwann wurde dann die erste Bruecke nach Cambridge gebaut und schnell wuchsen die beiden Staedte zusammen. Heute ist Boston-Cambridge also eine Buda-Pest artige Zwillingsstadt, deren kleinere Haelfte hauptsaechlich fuer die alte Ivy League Uni Harvard sowie fuer das juengere Massachusetts Institute of Technology (MIT) bekannt ist. Boston selbst beherbergt auch einige Universitaeten, was den Siedlungsraum zu einem absoluten Bildungszentrum macht. Die Stadt Cambridge teilt freilich nicht zufaellig ihren Namen mit der Heimatstadt der englischen Cambridge University, vielmehr wurde diese jener zu Ehren benannt. Fehlt nur noch, dass man das MIT 'Oxford University' nannte; die Verwirrung waere perfekt.
Ein kleinwenig Neugierde, wie denn Harvard-Studenten beim Fortgehen wohl aussehen, sozusagen Lust auf etwas geek spotting, war wohl auch bei unserer Entscheidung dabei, abends die rote Linie zum Harvard Square zu nehmen. Nachdem Emmy junge 20 Jahre alt ist und in Massachusetts wie in New York State Alkoholkonsum erst ab 21 erlaubt ist waren wir mal wieder auf unser Glueck angewiesen, ein Lokal zu finden, wo erst an der Theke und nicht schon an der Tuer nach einer ID mit Geburtsdatum gefragt wird. Und das Glueck liess uns nicht im Stich: Beim zweiten Versuch waren wir drinnen, in einem kleinen, netten Pub. Dort lernten wir dann tatsaechlich Cambridge Studenten kennen, allerdings nicht von Harvard, sondern vom MIT. Fuer geek spotting stellten sie allerdings kein geeignetes Substrat dar, dafuer war schnell eine Gespraechsstoff liefernde Gemeinsamkeit entdeckt: Till, Michael und Pablo sind exchange students; aus der Schweiz, aus Deutschland und aus Spanien. Im Gegensatz zu uns war es fuer die drei aber erst ihre zweite Woche in den USA. Es folgten einige Runden Bier und viel Plauderei. Um 1.30h(!) wurde in der Bar bereits dicht gemacht, ein Taxi brachte uns nach Haus.
[1] In Boston wurden die baked beans erfunden.
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