In einem früheren Eintrag hab bereits ich von einer Liste "100 things to do before you graduate from Cornell" gesprochen. Wie sich herausgestellt hat, gibt es eine noch mehr herausfordernde Liste, die 161 Dinge umfasst und sogar auf der Cornell Homepage zu finden ist!
Element #48 habe ich am vergangenen Samstag "erledigt": Have dinner at a professor's house.
Zu einem Professor nach Hause eingeladen zu werden, ist zwar auch hier etwas Besonderes, aber weit mehr verbreitet als in Österreich. (Passiert das überhaupt je einem Studenten im Grundstudium?) Am Sonntag zuvor hab ich bei mir im Haus House Fellow Prof. Bik Tye kennengelernt, einer aus China stammenden Molekularbiologin, die seit langem der Cornell Fakultät angehört. Über einem ausgedehnten Frühstück haben wir lange geplaudert und uns prächtig verstanden. Und darauf hin hat sie mich zu sich nach Haus eingeladen, mit drei anderen ehemaligen Becker House Bewohnern.
Es gab Thai Chicken. Bik hat selbst gekocht, und guuut! Ihr Mann ist ebenfalls ein Cornell Professor, Physiker, und ihre jüngere Tochter, eine Studentin im zweiten Jahr am MIT, war auch da. Auch wenn sich niemand der Gäste wirklich gut kannte, war's eine total entspannte Atmosphäre und wir hatten viel Spaß, wir warenn fast vier Stunden dort! Wir redeten natürlich viel über amerikanische Unis, aber auch über China: Zwei der anderen Studenten waren über springbreak mit dem Cornell Chor und dem Brahms Requiem auf China-Tour und hatten dementsprechend viel zu erzählen und die Tyes selbst freilich auch.
Die Offenheit der amerikanischen Professoren und die Selbstverständlichkeit, mit der sich hier die faculty (also alle akademischen Angestellten) ins studentische Unileben einbringt, ist etwas, das mir schon abgehen wird und wo Europa etwas lernen könnte. Auch das persönliche Engagement der Professoren dafür, dass "aus ihren Studenten was wird", beeindruckt mich immer wieder!
Und: Wir hatten sogar Wein! Auch wenn es für #49 der Liste nicht reichte: Get wasted at a professor's house.
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2 Kommentare:
und wie soll es einen in der eigenen unilaufbahn weiterbringen, ein prof-haus aufzumischen..? *grübel*
Niemand kann einem bessere Ratschläge für eine Unilaufbahn geben, als jemand, der selbst eine erlebt (hat). Die Professoren kennen sowohl das universitäre "System", aktuelle "hot spots" der Forschung und Lehre, sie wissen aus erster Hand über Entwicklungen bescheid, und das Wichtigste: Sie haben jede Menge Erfahrung, aus ihrer eigenen Geschichte, aus der ihrer Mitarbeiter, Gradstudents und Undergrads.
Und wo lässt sich am Besten über solche, durchaus persönliche Dinge reden? Im Büro in der office hour von 10.10-10.55h? Nein! Bei einem entspannten, ungezwungenen Abendessen. Siehst du?
Melde dich bei mir, wenn du noch mehr darüber wissen willst, warum ich das so super finde, und gib mir das Stichwort gradschool! :-)
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