Dienstag, 26. Februar 2008

Frust!

Mein Computer hat sich erwartungsgemaess nicht selbst repariert. Er ist jetzt schon ueber eine Woche tot und es gibt keine Aussicht darauf, dass er bald wieder zum Leben erweckt werden wird. Der Auftritt des Supports von Dell USA und Dell Oesterreich hat eindrucksvoll bewiesen, wie unbrauchbar standardisierter, Datenbank- und Ticket-basierter Kundenservice sein kann. Ich habe Stunden in telefonischen Warteschleifen verbracht, mich in Auswahlnetzwerken ("wenn Sie in sich in Nordamerika befinden, druecken Sie 1...") verheddert, in denen ich dann nach 15 Minuten Labyrinthieren vor drei Optionen gestellt wurde, mit denen ich allesamt nichts anfangen konnte und auflegen musste. Ich habe Telefonnummer bekommen, die es nicht gibt, Ticket-, Fall- und Dispatchnummern zugewiesen bekommen, die allesamt vom europaeischen Support nicht akzeptiert werden wollen.

Meine Mama in Wien hat mir wertvolle Hilfe geliefert (Danke, Danke, Danke!), hat sich die gleichen Warteschleifen auf Deutsch angehoert, und hat unter anderem in Erfahrung gebracht, dass bei Dell Oesterreich niemand Englisch spricht.
Langsam finde ich mich damit ab, dass Dell mir nicht helfen wird. Heute hab ich dann also bei ithaca computer repair angerufen, von deren Website hab ich ja bereits erzaehlt. Aber ithaca computer repair gibt es offenbar nicht, die Nummer war tot. Meine derzeit letzten zwei Hoffnungen liegen einerseits in einem Elektronikladen in der Pyramid Mall bei Ithaca, wo es angeblich auch einen Hardwaresupport gibt, und andererseits bei einem weiter Versuch, Dell Oesterreich mittels einer diesmal schriftlichen Anfrage ein Zustaendigkeitsgefuehl aufzudraengen.
Ich will doch einfach nur wieder meinen Laptop haben! Ich will Umlaute schreiben, Skypen, Fotos herzeigen und sinnlos im Internet surfen. Ich moechte meine Musiksammlung wieder haben, ich moechte Fotos mit Picasa bearbeiten, bevor ich sie hochlade, und ich moechte im Zimmer stundenlang lernen koennen! Ja, lernen!! Ich moechte meinen Spam nicht haendisch loeschen muessen und ich moechte wieder einen Platz haben, wo ich meine Arbeiten dauerhaft speichern kann.

Die letzten Tage ist's bei mir im Labor auch alles andere als gut gelaufen, ich hatte zum zweiten Mal in Folge in meiner Zellkultur eine bakterielle Kontamination und fange jetzt zum dritten Mal mit dem gleichen Experiment an, welches zudem erst das Vorexperiment zu meiner eigentlichen Arbeit ist. Fuer meine CHO-Zellen war ich am Wochenende zu allen unmoeglichen Zeiten im Labor und es hat mich richtig angekotzt. Heute war ich eine Haaresbreite davon entfernt, meine Arbeit im Labor zu beenden und den research zu droppen. Ich habe keine Ahnung, wie es Prof. March, mein supervisor geschafft hat, mich davon abzuhalten. Ich bin in sein Buero gegangen, hab ihm erzaehlt wie ungerecht das Leben zu mir ist und wollte darauf hinaus, ihm mitzuteilen, dass ich aufhoeren will.
March hat mir ganz einfach gesagt, dass ich mir keine Sorgen machen soll, dann hat er mir noch gesagt, dass ich mehr mit dem Bus fahren soll, wo ich mir ein Fahrrad besorgen koennte und das wars. Dann hat er mich noch wie ein Karnickel angeschaut und auf einmal war ich wie verwandelt, hab mich so gefreut, hier in diesem Labor ganz laessig vor mich hinarbeiten zu koennen, ohne viel Ruecksicht auf experimentellen Erfolg und war ganz gluecklich! Wie hat er das gemacht? Was hat er mit mir gemacht? Oder bin ich nach dem ganzen Laptop- und Laborstress einfach ein kleines, leicht psychologisch zu manipulierendes Etwas geworden?

Es ist mir egal, ich bin froh, meine Zuversicht nach den letzten paar Tagen wieder ein Wenig zurueckgewonnen zu haben. Wohl gerade rechtzeitig, denn wir sind mitten in der assignments und prelim season, und ich habe mir gerade das kommende Wochenende, das dem Kalender nach ein perfektes Lernwochenende waere, ausgesucht, um nach Boston zu fahren. Mal sehen.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hey Magdi,
cheer up! Das wird schon wieder...

Maria