Donnerstag, 7. Februar 2008

New York City!

Es ist soweit! Hier kommt mein lang angekündigter Bericht aus New York City. Es gab unglaublich viel zu sehen: Die folgende Fotostrecke will nur einige meiner Ein- und Ansichten von New York transportieren. Weitere Fotos findet ihr wie immer auf meinem Webalbum, welches ich heute auch den Links in der linken Spalte dieser Seite hinzugefügt hab.

Samstag früh in der U-Bahn nach Dowtown Manhattan. Marija, Noortje, Marlies, Nanine und Emmy (v.l.n.r., die vier Mädels rechts sind alle aus Holland) waren mit mir unterwegs. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal in einem 6-Bett Mädchen Zimmer geschlafen hab. Doch obwohl wir nur eine Dusche, ein Klo und einen Spiegel und alles noch dazu in einem einzigen, versperrbaren Bad hatten, war's ganz entspannt in der Herberge. Und für 18,50$/Nacht sogar noch jeden Tag frisch gemachte Betten und Handtücher vorzufinden, war wirklich fein. Wer also auf der Suche nach einem günstigen Hostel in NYC ist, der frage mich nach diesem Haus.

Nanine, dahinter Marlies, wieder in der U-Bahn. Bis zum Schluss konnten wir kein eingehendes Verständnis des New Yorker U-Bahn Systems erlangen. Verschiedene Linien auf einem Gleis, Buchstaben, Zahlen und Farben statt merkbaren Namen, dazu noch die Verwirrung mit local und express trains, all das führte dazu dass wir nicht nur einmal woanders ankommen als wir geplant hatten. Aber auch den unerwarteten Kurzaufenthalt in Harlem um 2h in der Nacht, den uns eine Fahrt mit dem express train beschert hat, haben wir schadlos überstanden.

Statt einer teuren Sightseeing-Bootstour entschieden wir uns für die kostenlose Staten Island Ferry, um einen Blick auf die Statue of Liberty zu werfen, die ihre Hand in Richtung Himmel und Freiheit streckt, was ihr die Kräne im Hintergrund nachzumachen scheinen.

Zwar bedeutend größer als etwa ein Prinz Eugen am Wiener Heldenplatz, überrascht die Statue in ihrer Kleinheit gegenüber anderen menschengemachten Bauwerken auf der nahen island of Manhattan.

Ellis island. Schade, dass man dieses weiße Wassersilo nicht besser unterbringen konnte.

Gute Stimmung jedem Wind zu trotz. Die Fahrt mit der Fähre war die einzige wirklich fröstelnd kalte Sache, die wir in New York gemacht haben, sonst hat uns die Stadt mit Sonnenschein und Frühlingsluft verwöhnt. Besonders am Sonntag morgen, als wir in der Früh unsere Herberge verließen, erinnerte mich die Luft an genau die Stimmung in Wien, die einen umfängt, wenn man nach einer durchtanzten Frühlingsballnacht und einem Würstelfrühstück um sechs Uhr in der Früh nach Sonnenaufgang von der U-Bahn nach Hause geht und die Vögel zwitschern. Wunderbar!

Ich brauch glaub ich nicht erwähnen, dass es mir getaugt hat.

Downtown Manhattan.

Der berühmte Bulle mit den blankpolierten Hoden (nicht abgebildet) zeigt...

...dass wir uns in der Nähe der Wall Street befinden.

Am Portal des New York Stock Exchange Gebäudes ziehen überdimensionale stars & stripes die Blicke auf sich.

Am Samstag zu Mittag machten wir dann einen Abstecher nach Chinatown, wo die Straßen auch chinesische Namen haben.

Starbucks versucht auch in Chinatown durch crossover-Styling Fuß zu fassen, was hier aber genauso unpassend wirkt wie in der Wiener Innenstadt, wo sich der coffeeshop als kleine wienerische Lokalität verkleidet (siehe die Filiale am Michaelerplatz).

Während der Standardtourist in Chinatown gefälschte "Designertaschen", Parfums oder Armbanduhren kauft, wird man hier auch etwas ausgefalleneren Kundenwünschen gerecht.

Den Samstag Nachmittag verbrachten wir shoppend in Macy's und anderen Geschäften wie Forever 21, welchem ich hiermit einen Preis für das unordentlichste Bekleidungsgeschäft aller Zeiten verleihe (siehe Foto).

Am Herald Square, am kleinen Bruder des Times Squares, geht shoppingtechnisch die Post ab.

Zum Times Square gelangten wir schließlich Samstag Nacht um 1h. Die Millionen Leuchtdioden lassen hier die Nacht zum Tag werden. Allerdings nur optisch, denn zu unserer Enttäuschung ist hier in der Nacht absolut nichts los. Wir fanden gerade mal ein offenes Kaffeehaus, das "Cafe Europa", welches uns allerdings auch nach einer Viertelstunde nach Hause schickte.

Videowände wie diese an allen Seiten fesseln einem die Blicke und reißen sie einmal in diese, einmal in jene Richtung. Für mich war's das erste Mal, dass ich bei Dunkelheit in einer Stadt dieser Art und Größenordnung war und der Times Square hat mich schwer beeindruckt.

Ein völlig konträres Bild bietet der Central Park, in dem wir am Sonntag vormittag ein bisschen spazierten.

Riesig, aber diesmal in Bezug auf die zwei anderen Dimensionen als die Hochhäuser, erstreckt sich der See im Central Park, den ich später noch von einer anderen Perspektive aus betrachten konnte.

Am Weg zu unserem nächsten Ziel lockten uns leuchtend rote Äpfel in ein Geschäft, das auch so manch anderes zu bieten hatte. Gut zu wissen, wo ich hingehen kann, wenn meine Mannerschnitten zu Neige gehen.

Neben Importsüßigkeiten konnte man in diesem Laden auch verführerisch gut aussehende, frisch gekochte Speisen kaufen. Angeblich wird in NYC kaum gekocht, man isst immer am Weg, im Restaurant, in der Kantine oder man nimmt sich etwas fertig gekochtes mit nach Hause. Ich hab sogar gehört, dass die Appartments in neu gebauten Wohnhäusern gar keine Küchen mehr haben, weil die Nachfrage danach nicht vorhanden ist.

Am Sonntag zu Mittag besuchten wir dann das Museum of Modern Arts, kurz MoMA. Es hat mich derart beeindruckt, dass hier bald ein eigener Artikel nur über das Museum zu sehen sein wird.

Bevor wir den Bus zurück nach Ithaca nahmen, zog es uns noch einmal ganz hoch hinauf, auf das Dach des Rockefeller Centers, welches unter dem Namen Top of the Rocks eine spitzenmäßige Aussicht verspricht.

Das Versprechen wurde gehalten, wobei Windstille und Sonnenschein das Ihrige dazu beitrugen.

Ganz Uptown Manhattan hinter mir. Hier sieht man auch wieder den Central Park mit dem See! [1]

Da sind wir nun, alle sechs.

Und dann bleibt natürlich noch Basti, der beste Freund vom Stefan (Scheibi), der ein Auslandsjahr an der New York University macht und den zu treffen wir uns fix vorgenommen haben. Einmal waren wir gemeinsam Kaffee trinken und am Samstag auch gemeinsam abendessen. Ihm verdank ich's auch, dass ich jetzt fürs nächste Mal weiß, wo in Manhattan zu später Stunde wirklich was los ist: Es lebe die lower east side!

Ja, das waren unsere knapp 46h im Big Apple. Danach in das Städtchen Ithaca zurückzukehren, das noch dazu verschneit war, war schon etwas seltsam. Doch zumindest einmal möchte ich noch nach New York City kommen, mal sehen wann mein Großstadtdurst das nächste mal auftaucht!

[1] In meinem Webalbum hab ich noch wesentlich mehr Fotos von der tollen Aussicht, die sind glaub ich durchaus einen Klick wert.

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Sehr interessanter Bericht und tolle Fotos! Den Gedanken, ein Haus ohne Küche zu haben, finde ich sehr seltsam!
Mama

christoph123 hat gesagt…

Sehr geehrte Magdalena!

Mit Interesse verfolge ich Ihren wirklich ausgezeichneten und gut recherchierten Blog. Immer wieder erfreuen mich Ihre ansprechenden und langen Texte. Was ich allerdings vermisse sind die detailierten und umfassenden Berichte von alkoholischen Ausschweifungen und Feiern. Kurz angedeutet (lower east side in manhattan) aber nie ausreichend dargelegt bitte ich Sie daher um baldige Aufklärung. ;-)

Viel Spaß noch im Land der "Yes We Can" Reden.

lg/hugs (so sagt man das glaube ich international) aus dem sonnigen Flecken Erde "Österreich"
christoph

ps: danke für die indirekte Beantwortung meiner mich seit Jahren quälenden Frage: Mardi Gras ist also einfach nur der Faschingsdienstag oder in deutscher Diktion "Karneval"

Anonym hat gesagt…

Hallo Magdi, klingt, bzw. sieht aus nach einem echt coolen und lustigen Wochenende!

Übrigens, meine Mutter meint, das New Yorker U-Bahn-Netz sei gar nicht so verwirrend. Und früher hat die Staten Island Ferry 50c gekostet, sagt sie.
Maria