Mittwoch, 16. Jänner 2008

Der erste Tag am Campus

Ich wache auf und schaue aus dem Fenster: Es schneit! Und die Bauarbeiter arbeiten.


Ich dusche mich heiß (Juhu, es gibt Heißwasser!) und kräftig (Juhu, Wasserdruck!) – soweit also alles bestens. Dann treffe ich Marija und, ausgerüstet mit meinem selbstausgedruckten, geklebten und folierten Campusplan (guaranteed to be dry), suchen wir nach einem Frühstück, der ersten Mahlzeit nach mehr als 19 Stunden. Wir landen bei Collegetown Bagels, wo ich die Wahl zwischen siebzig verschiedenen Bagels und kombinatorisch schätzungsweise 700 Kaffeevarianten habe. Ich entscheide mich für das Mandelcroissant und einen Kaffee mit Milch.

Dann beginnen wir unsere Tour zu den verschiedenen Stationen am Campus. Alle Distanzen auf diesem sind zu Fuß zu bewältigen, alle Gebäude sind von großen Wiesenflächen umgeben und einige Straße durchziehen das Gelände. Wir melden uns bei Tamara Durham, mit der wir auch schon in Wien organisatorisch zu tun hatten, sie gibt uns eine Mappe voller Informationen. Wir gehen weiter zur ISSO, dem Büro für internationale Studenten und komplettieren mit der Meldung auf unserer Gastuni den Visumsprozess. Das ISSO hat wieder eine dicke Mappe mit Zetteln für uns. Dann geht es ab zu Gannett Health Services, dem Campusdoktor. Ich bekomme einen Termin für mein Tuberkulose-Screening und bin froh, keine Zettel bekommen zu haben.

Da die Behebung der größten Missstände stets Vorrang hat, sind Marija und ich uns einig, dass wir Bettwäsche kaufen müssen. Wir nehmen den Bus Nr. 30 zur Pyramid Mall, dem größten Einkaufszentrum der Gegend. Ich glaube wir haben über eine Stunde im target - Supermarkt verbracht. Der Werbespruch dieser Kette „Expect more. Pay less.“ erweist sich durch und durch als wahr. Hier gibt es wirklich alles, und vieles sehr günstig. Ich kaufe alles, was ich am nötigsten brauche: Angefangen von Shampoo und Duschbad über Kleiderbügel, ein Trinkglas und einer Dokumentenmappe für meine Zettel bis hin zu der gewünschten Bettwäsche und zu Aspirin. Die Rechnung fällt erstaunlich gering aus; die Preise mancher Dinge liegen in Amerika deutlich unter denen in Europa, und das liegt nicht nur an dem günstigen Wechselkurs. Für mein Kontaktputzlinsenmittel (in Europa ca. 14€ = etwa 20$) zahle ich 6,64$. Die Bettwäsche (Spannleintuch, Deckenleintuch, Polsterüberzug) kostet 8$ (ca. 5,5€). Im Vergleich zu Eropa fast schon lächerlich günstig ist aber mein soeben erstandener 10-Jahres-Bedarf an Aspirin: 300 Tabletten, 325mg pro Stück: 2,39$. Um diesen Großeinkauf zu verdauen, essen wir Chicken Salad Sandwiches. Soviel zur Pyramid Mall.

Den Rest des Nachmittags verbringe ich mit Telefonieren über mein Zimmertelefon und mit der weiteren Gestaltung meines Räumleins. Es ist schon richtig wohnlich geworden! Abends gibt es das erste Welcome Event: Alle transfer- und exchange students (Erklärung kommt vielleicht mal später) sind eingeladen zu einem Abendessen: Es gibt Pizza und Pasta vom Pizzalieferanten, aber gut! Ich sehe viele andere neue Studenten des College of Agriculture and Life Science (CALS) – mein College innerhalb der Universität. Auch Ju und Kinsha sehe, eine Studentin und ein Student aus Sydney, die ich schon via facebook „kennengelernt“ habe. Wir spielen halblustige Kennenlernspiele; ein netter Abend, von dem ich mich aber vorzeitig verabschiede. Von derartigen icebreaker-activities werde ich wohl in den nächsten Tagen noch genug bekommen. Und jetzt sitze ich also in meinem Zimmer, schreibe blog-Einträge, die ich noch nicht veröffentlichen kann. Deutlich merke ich, wie das Bedürfnis nach Schlaf wächst, mein Jet lagt mich ins Bett. Es ist 22:21h und für mich geht mein erster Tag von meinem Austauschsemester zu Ende. Ich fühl mich wohl und freu mich auf das, was mich erwartet.

Ein paar Bilder vom heutigen Tag:

Cascadilla Creek im Süden vom Campus

Das Space Sciences Building am Central Campus (für Maria fotografiert :-))

Mein Bett in meinem Zimmer mit der neuen Bettwäsche und nach der ersten Dekorierungsphase.

Mein Schreibtisch nach der ersten Dekorierungsphase. Die Highlights: mein Wochenkalender (danke Stefan!), mein Telefon, mein laptop, meine Bücher, Gonzales, mein neu erstandener Spiegel, Fotos, eine Sonnenblume und ein Schmetterling (danke Tinkls!), meine Mannerschnitten (danke Barbara!), meine Zotterschokoladen (danke Verena und Andi!).

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hoffe, du hast das Space Sciences Building auch für mich fotografiert! ;) Alles Liebe drüben fzi

Anonym hat gesagt…

Hallo,
danke fürs Foto vom Space Science Building! Bin übrigens gestern zufällig auf was von der Cornell-Univerity gestoßen: Vor ca. einem halben Jahr veröffentlichten einige Forscher eine Publikation, dass Merkur einen flüssigen Kern hat, und weil MESSENGER am Montag an Merkur vorbeigeflogen ist und ich im Internet drüber was gesucht habe, bin ich da drauf gestoßen und mir ist aufgefallen, dass einige der Forscher aus Cornell kommen.
http://www.news.cornell.edu/stories/May07/margot.mercury.html

Maria