Mittwoch, 16. Jänner 2008

Was mache ich hier eigentlich?

Den folgenden Text schreibe ich im Flieger, auf der Langstrecke von Wien nach Washington. Mit der Suche nach einem wlan-Signal hatte ich entsprechend wenig Erfolg, weswegen dieser Eintrag erst mit etlichen Stunden Verspätung für euch zu lesen ist! Etwa zwei Drittel der zehnstündigen Flugzeit liegen schon hinter mir, den Großteil davon habe ich schlafend oder dösend verbracht. Mir steht noch ein langer Tag bevor, wenn alles klappt schätze ich, dass ich um 21:00h Ortszeit in meinem Zimmer sein werde. Das entspricht mit der Zeitverschiebung von minus sechs Stunden bezogen auf Österreich einer Wiener Zeit von 3:00h früh. Wer sich bis jetzt vielleicht gefragt hat, warum ich zu allen möglichen und unmöglichen Zeiten blog geschrieben habe, dem sei gesagt, dass das ausnahmsweise nicht daran liegt, dass ich als dem Klischee entsprechende Studentin kaum einen geregelten Tagesablauf habe und schon gar nicht um 7:30h aufstehe (geschweige denn um 23:00h bereits schlafe). Nein, ich habe mein blog von Anfang an mit Eastern time (also meiner USA-Zeit) geführt.

Mir bleiben also noch gute drei Stunden bis zur Landung, und diese Gelegenheit möchte ich nützen um denen, die es nicht ohnehin schon wissen, zu erklären, was ich eigentlich die nächsten paar Monate in den USA mache.

Relativ bekannt ist das Erasmus-Programm, welches europäischen Studenten die Durchführung eines Semesters oder Jahres an einer ausländischen Uni in Europa ermöglicht. Jede teilnehmende Universität hat dabei Partnerunis, für bestimmte Fachrichtungen besonders geeignet; die EU steuert etwas Geld bei, um dem durchs Ausland bummelnden Studenten bei Unterkunft und Lebenskosten zu unterstützen. Tolle Sache, funktioniert allerdings nur in Europa. Mit „Joint Study“ nehme ich an einem vergleichbaren, internationalem Austauschprogramm teil. Meine Heimatuni, die Boku hat dabei Partnerunis in Kanada, den USA, Australien (und Neuseeland? Weiß ich jetzt nicht.) Die Cornell University in Ithaca, NY ist eine jener Partnerunis, die besonders interessant sind für Biotechnologen, und sie ist zudem eine renommierte Ivy-League Uni, welche ich letztens in einem Uniranking als zehntbeste Universität der USA gefunden habe. [1]

Ähnlich wie bei einem Erasmus Stipendium habe ich einen gewissen Geldbetrag bekommen, der einen Teil (leider ist dieser Teil nicht allzu groß) meiner Reise- und dortigen Lebenskosten deckt. Ich bin also auf der Cornell University für ein Semester quasi reguläre Studentin, mache dort Vorlesungen und Prüfungen und lasse mir diese dann in Wien für mein Studium anrechnen.

Anders als in Österreich fängt das Sommersemester in Cornell nicht im März, sondern Mitte Jänner an, weswegen es auch nicht Sommersemester, sondern Frühlingssemester heißt. Das spring term endet bereits Mitte Mai und wird unterbrochen von einer Woche Ferien, der berüchtigten spring break, welche heuer mit der Karwoche zusammenfällt.

Soviel zu den Fakten, mehr werde ich bei Gelegenheit schreiben. Zum Schluss noch eine kleines Kuriosum aus meiner bisherigen Vorbereitungszeit für mein USA-Semester: Als begeisterte Schifahrerin hab ich mich einmal auf der Homepage des Skiclubs von Cornell umgesehen, ob man dort in der Gegend gut Ski fahren kann. Dem ist tatsächlich so! Es gibt in ca. 25 km Entfernung sogar ein kleines Skigebiet. Dann auf einmal die Idee: Moment, vielleicht organisiert dieser Skiclub ja auch eine ganze Skiwoche während der spring break, vielleicht kann ich mich ja anhängen und mal sehen, wie skiing auf amerikanisch so funktioniert. Und ja! Dem ist tatsächlich so! Dann sehe ich weiter, denke mir: Komisch, das ist aber schon teuer, über 2000$ für eine Woche skifahren? Na klar, die Amis suchen sich ja auch eines der besten Skigebieter der Welt und fliegen eigens nach… Innsbruck!

So nett die Idee eines Heimaturlaubs ja auch klingt (da würden mich dann sicher auch alle Leute auf einmal aus Wien besuchen kommen wollen) – für die spring break werde ich mir wohl doch etwas Anderes suchen. Ich habe schon einen Verein von Outdoor- und Wander Freunden gefunden, die auch etwas fürs spring break planen. Und die werden ja dann doch nicht eine Alpenquerung machen…

Ja und weil wir gerade von den Alpen reden: Hier sind die letzten Fotos, die ich in Europa gemacht habe:

Goodbye Alps!


Goodbye Wachau!



[1] "Ivy League“ bezeichnet jene Unis in den USA, die ursprünglich durch gemeinsame Sportwettkämpfe (daher league = Liga) verbunden waren. Gleichzeitig sind die Ivy League Universitäten die ältesten Hochschulen der USA. Es gibt keine eindeutige Begründung für den Namen „Ivy“, einerseits deutet das auf die alten, oft von Efeu (engl. Ivy) berankten Gebäude hin, andererseits habe ich einmal gelesen, dass die ursprünglich vier Universitäten einfach mit der römischen Zahl IV (auf Englisch ausgesprochen Ai-Wie) beziffert wurden. Mit dem Verdacht, dass ich mich in Details dieser Erklärung vielleicht irre, und wegen der Möglichkeit, dort nachzusehen, welche tollen, bekannten Unis denn da noch dazugehören, sei hier der englische Wikipedia Artikel zum Stichwort „Ivy League“ empfohlen.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hallo, coole Luftaufnahmen!
Maria