Donnerstag, 17. Jänner 2008

Language and pictures

So this is the first time in my blogging career that I... Oh. Das ist also das erste Mal, seit ich blogge, dass es mich Konzentration kostet, auf Deutsch und nicht auf Englisch zu schreiben. Ich bin nun den dritten ganzen Tag hier und nach so viel Englisch reden braucht es ein paar Minuten, bis ich da gedanklich wieder rauskomme. It's amazing how quickly you get adjusted to that. Ja, es ist unglaublich wie schnell sich das Hirn da umstellt, ich merke, dass mir, wenn ich Deutsch rede, die englischen Phrasen einfallen und ich stocke, weil sie teilweise unübersetzbar sind. Even when I'm writing in German, I'm thinking in English. I really didn't believe that this would happen. Oh no, jetzt schon wieder, I'm sorry for that.
Dabei habe ich so viel zu erzählen, und jetzt konzentriere ich mich und bleibe bei Deutsch. Meine letzten vier Tage waren voll von Ereignissen, bei denen ich mir denke: Oh, die müssen in mein blog! Heute hab ich zwar nur mehr an einem orientation event teilgenommen, aber es gibt trotzdem genug zu tun. Doch das meiste, von dem ich erzählen möchte, sind gar keine Begebenheiten, sondern nur Beobachtungen, Eigenheiten, Unterschiede zu Österreich die mir auffallen, sei's im Verhalten der Leute oder in der Organisation von Abläufen oder universitären Strukturen.
Je nachdem wie lange ich heute noch aufbleibe, werde ich noch einige dieser Beobachtung niederschreiben. Was ich euch jedenfalls keinenfalls vorenthalten mag, sind ein paar Bilder der letzten zwei Tage:

Ich habe mich letztens geirrt! Der Ausblick von meinem Zimmer ist zwar einerseits hässlich (Baustelle) aber andererseits sehr schön (McGraw Tower, am Central Campus gelegen). Diese Entdeckung machte ich um etwa 6h früh von meinem Bett aus, im spitzen Winkel durch mein Fenster blickend.

Wenn man genauer hinsieht, oder dementsprechend die Belichtungszeit der Kamera hinaufsetzt, dann sieht der McGraw Tower auch bei Nacht wirklich schön aus. Als eines der ältesten Gebäude vom Campus ist er hauptverantwortlich dafür, dass der Cornell Campus viele, vor allem nicht-europäische neue Studenten an Hogwarts, die Harry Potter-Schule, erinnert.

Mittwoch morgens konnte ich erstmals einen Blick auf den Cayuga Lake ergattern, an dessen Südspitze Ithaca gelegen ist. Wie man auf dem Foto vielleicht erkennen kann, liegt der See in einer Senke. Ithacas Zentrum befindet sich ebenso in dieser Senke, erstreckt sich allerdings auch auf den westlich gelegenen Hügel (west hill) und den östlichen Hügel (east hill) auf dem der Cornell Campus liegt. Genau dieser east hill ist es, der mir jeden Morgen einen schönen, wärmenden, steilen Aufstieg zun den Fakultätsgebäuden bereitet.

Ein Blick Richtung Westen hinunter entlang des east hill. Die Gebäude im Vordergrund sind Wohnheime und werden ihres alten Aussehens wegen the gothics genannt. Auch wenn sie tatsächlich wohl frühestens aus dem Jahr 1865 stammen, dem Gründungsjahr von Cornell, so trägt ihre Optik wesentlich zum Hogwarts-Faktor bei. Es sieht hier wirklich so aus, wie man sich einen alten amerikanischen Campus aus Filmen wie Dead Poets' Society vorstellt. Die vielen Grün-, jetzt Weißflächen machen neben den alten, massiven Gemäuern den Campus zu einem wirklich schönen Platz zum Wohlfühlen.

Um zur Sprache zurückzukommen: Kaum habe ich mal zwei ganze Absätze auf Deutsch geschrieben, ist das Englisch schon wieder in den Hintergrund gerückt, dennoch bin ich erstaunt und gleichzeitig erleichtert darüber, wie spielerisch mir die fremde Sprache von der Zunge und in den Kopf hineingeht. Umso besser aber, dass ich auf Deutsch blogge, um nicht zu sehr in das Amerikanische hineinzurutschen. Schließlich gibt es in Wien jemanden, dem ich folgendes Versprechen gegeben habe: Wenn ich zurückkomme und bei Gelegenheit Englisch rede, werde ich ohne folgende, omnipräsente Phrasen auskommen. Versprochen.
  • "oh my god" (ein Pausenfüller, der jeder Aussage Nachdruck verleihen soll, ungeachtet dessen, ob sie Nachdruck verdient oder nicht)
  • "I was like..." (entspricht in etwa "ich dachte mir...")
  • "I was like, oh my god!" (eine beliebte Kombination der oben genannten Phrasen, soll persönliche Betroffenheit, Freude oder Überraschung ausdrücken, oder einfach nur eine Pause füllen, die zu lang ist, um nur "oh my god" zu sagen)
  • "how're you doin'?" (die zur Begrüßung obligate Frage nach der Befindlichkeit des Gegenübers. Ihre eigentliche Bedeutung kann schwanken von einem ehrlich gemeinten "Wie geht es dir?" bis zu "Ich registriere dass du da bist aber du bist mir vollkommen egal.")
Soviel zum Amerikanischen.

PS: Ich habe derzeit Probleme mit meinem E-mail Ausgang, wer mir also ein mail schreibt, der soll nicht traurig sein, wenn die Antwort auf sich warten lässt. Ich hoffe ich kann das morgen klären.

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