Sonntag, 20. Jänner 2008

Was ich zum wohlfühlen brauche

Ich liege in meinem Bett, meine flauschige Decke wärmt mich, aus meinen Lautsprechern klingt sanft Musik, mein Blick gleitet an der Wand entlang und erfreut sich an den zwei großformatigen Gerberas, die seit gestern als Poster meine Eingangstür zieren.

Ich bin noch nicht einmal eine Woche hier, und fühle mich in meinem Zimmer wirklich wohl, wie zuhause. Ich habe nicht viel mehr als einen Koffer voller Sachen, das meiste davon Gewand, nach Amerika mitgebracht. Zwei Einkäufe in der Pyramid Mall und ein paar kleinere Einkäufe anderswo haben mir gezeigt, wie viel Spaß es macht, und wie lohnend es ist, sich ein schönes Atmosphärchen zu schaffen, wenn man beinahe von null starten kann. Ich möchte gar nicht daran denken, dass ich das alles niemals in meinen Koffer bringen kann, wenn ich dann irgendwann in ach so fern scheinender Zukunft die Rückreise antrete… Noch weniger möchte ich wissen, was ich alles in den letzten Tagen ausgegeben hab, für das entscheidende Etwas in diesem Zimmer… Ich lass euch ein bisschen reinschauen, die Sachen ansehen, die ich mir gekauft habe. Ich freu mich darüber, wie sehr ich mich selber an einer Holzschale oder an einem Zettelhalter erfreuen kann, oder an Neon-Post-Its in vier verschiedenen Farben!

Mein kuhgefleckter Fotohalter, umstanden von grünen, pinken, orangen und gelben post-Its, erstanden im Cornell Store.

Mein Visitenkartenhalter, der schon Karten meiner zwei Advisors trägt: der meines faculty advisors und Tamaras, study abroad advisor.

Nicht gekauft, sondern wie schon einmal erwähnt, aus Wien mitgebracht: meine Sonnenblume und mein Schmetterling.

Mein Bett mit meiner neuen Decke! Ich hatte zunächst den Schlafsack als Überdecke benützt, er war aber kalt, nicht kuschelig und rutschte immer davon.

Mein Gerbera-Poster an der Eingangstür.

Mein Schreibtisch, den ich heute mit ein paar Handgriffen um 50% vergrößert habe. Er sollte damit bereit sein für das Studium der vielen Textbooks, die mich ab Montag erwarten.

Ich hab mittlerweile schon einige andere Behausungen am Campus und außerhalb davon gesehen und dabei festgestellt, dass ich mit dem West Campus eine sehr gute Wahl getroffen hab. Die amerikanischen Häuser sind alles andere als massiv gebaut und so kann ein Haus, dessen Alter noch gar nicht wirklich als hoch zu bezeichnen ist, einen Holzboden mit 5° Neigung haben, eine vertrauensvergraulende Treppe besitzen oder einfach als ganzes nicht wohnlich wirken. Die Häuser am West Campus werden in 15 Jahren wohl um nichts besser aussehen. Für mich und meine paar Monate hier sollte es reichen.

Warum ich gerade über das Wohnen so viele Worte verliere, wo ich doch in den letzten zwei, drei Tagen so viel erlebt habe? Ich weiß es nicht. Aber wer mit Freude bis hierher gelesen hat, kann vermutlich nachvollziehen, wie fein es ist, sich in der „Fremde“ ein Zuhause zurechtgerichtet zu haben.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Dein Zimmer ist wirklich sehr schön und gemütlich, da kann ich mir gut vorstellen, dass du dich wohlfühlst. Viel Spass auch beim morgen beginnenden Arbeiten wünscht dir Mama