Ich bin gestern pünktlich in Washington Dulles angekommen, habe mich mit einer meine Gelassenheit trainierenden Menschenschlange zum Einwanderungsschalter bewegt und bin zu meinem Anschlussgate gehastet. Dort habe ich mich mit Marija getroffen, und festgestellt, dass der Schweiß, den mich Anstellen, Zoll und Security gekostet haben, umsonst war – der Anschluss nach Syracuse hatte Verspätung. Um Tyson, der uns abholen sollte, zu benachrichtigen ließ ich mir extra einen Papierdollar wechseln und hab mich zu einem Münztelefon begeben. Abheben, Münzen, Wählen. Ein Fehlersignal kommt, die Münzen sind im Entnahmefach. Abheben, Wählen, Münzen. Fehlersignal, die Münzen im Entnahmefach. Münzen, Abheben, Wählen. Fehlersignal, Münzenimentnahmefach. Nachbarapparat: Abheben, Münzen, Wählen. Fehlersignalmünzenimentnahmefach. Tja, ich kann offenbar kein amerikanisches Münztelefon bedienen.
Mehr zum Zeitvertreib als aus Optimismus nehme ich mein österreichisches Mobiltelefon zur Hand. Es ist bald fünf Jahre alt, sein 40-Pixel Display ist zwar farbig, ich kann mir aber nicht vorstellen, dass diese Handy ein Triband-Empfänger und daher USA-fähig ist. Das würde mir auch nichts helfen, denn die netten Leute von der Hotline meines Mobilfunkanbieters haben mir zweimal versichert, dass Roaming in den USA mit meinem Vertrag leider nicht funktioniert. Ich drehe also mein vermeintliches Dualband-und-Roaming-unfähiges Handy auf und zähle bis zehn. Und dann YESSS! – Ich bin im T-Mobile Netz, mit bestem Empfang! Ich rufe schnell zuhause an und gebe melde meine erfolgreiche Atlantikquerung. Ich habe freilich keine Ahnung, was für Unsummen mich dieser Anruf wohl gekostet hat. Aber vielleicht habe ich ja Glück: Eine Telefongesellschaft, die von einem Service, das sie ihren Kunden bietet, nicht Bescheid weiß, vergisst ja vielleicht auch, dieses Service zu verrechnen…
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